Karin Maurer
Expertin für Stressmanagement und Resilienz/ Persönlichkeitsentwicklung/ Leadership
Seit über 13 Jahren begleite ich Fach- und Führungskräfte sowie Menschen in helfenden Berufen dabei, ihre Resilienz zu stärken, Burnout zu verhindern und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
Mein Ansatz verbindet wissenschaftliche Tiefe mit praktischer Wirkung – getragen von einem Studium in Sozialwissenschaften, systemischer Coaching- und Supervisionsfortbildung sowie der Zertifizierung als persolog DISG Persönlichkeits- und Stresstrainerin. Mein ersten Beruf als Krankenschwester erweitern mein Wissen hin zur Ganzheitlichkeit.
Echte Veränderung entsteht nicht durch Ratschläge, sondern durch Erkenntnis. Mein Blick gilt dabei stets dem, was stark macht.
Ich begleite Menschen dabei, ihre Ressourcen zu aktivieren und ins Handeln zu kommen – nachhaltig und praxisnah. Meine Schwerpunkte sind Resilienztraining, Stressmanagement und Persönlichkeitsentwicklung.
Mit persolog® bringe ich ein wissenschaftlich fundiertes Instrument ein – für mehr Selbstkenntnis, bessere Kommunikation und nachhaltige Entwicklung. Ich arbeite mit Fach- und Führungskräften sowie Menschen in helfenden Berufen – im Einzel-Coaching, Gruppentraining oder Workshop, online wie vor Ort.
Kopf, Herz & Hand – das ist nicht nur mein Motto, es ist meine Haltung. Coaching bedeutet für mich echte Begegnung, klare Orientierung und den unbedingten Glauben an die Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen.
Language:
Deutsch
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01 June 2026
Stress – ein Wort, das jeder kennt. Aber was steckt wirklich dahinter?
"Ich habe voll den Stress!" Diesen Satz hören wir fast täglich – von Kolleginnen, von uns selbst, manchmal schon morgens vor dem ersten Kaffee.Aber was passiert da eigentlich gerade in uns, wenn wir uns gestresst fühlen? Und ist dieses Gefühl eine Schwäche von uns? Sicher nicht! Stressgefühle sind in erster Linie das Resultat von inneren Bewertungsprozessen äusserer Signale und Anforderungen.Bevor unser Körper und unser Geist in den Stressmodus schalten, passiert etwas, das wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen: eine Einschätzung, eine Bewertung von dem, was wir gerade erleben.Ein Ereignis trifft auf uns – eine Deadline, ein Konflikt, eine Veränderung im Unternehmen. Unser inneres System stellt sofort eine Frage: Ist das eine Bedrohung? Eine Gefahr? Oder eine Herausforderung, der ich gewachsen bin?Diese Ersteinschätzung passiert blitzschnell – und unbewusst. Dann kommt die zweite Frage.Im nächsten Moment läuft eine Ressourcenbewertung ab. Das System fragt sich: Was habe ich, um damit umzugehen? Habe ich genug davon? Ist es das Richtige?Erst aus dieser Kombination – wie ich die Situation einschätze und wie ich meine eigenen Ressourcen bewerte – entsteht Stress. Oder eben nicht.Das bedeutet: Stress ist kein objektiver Zustand. Er ist das Ergebnis einer ganz persönlichen Bewertung. Produktiv oder non-produktiv – das ist die entscheidende Weggabelung.Wer mit Stress in Kontakt kommt, hat zwei mögliche Richtungen:Ein produktiver Umgang erlebt die Belastung als Ereignis, ohne dass sie langfristige Spuren hinterlässt. Und mein Verhalten und meine Reaktionen auf die Situation sind zielführend, hilfreich und sozialverträglich.Ein non-produktiver Umgang hingegen führt dazu, dass Stress sich anstaut – mit Folgen für Gesundheit, Leistung und Beziehungen. Mein Verhalten und meine Reaktionen dienen eben nicht mehr meinen Zielen, sondern sabotieren sie oder machen gar die Erreichung der Ziele unmöglich.Was den Unterschied macht? Nicht die Situation selbst. Sondern das, was zwischen Situation und Reaktion passiert. Das, was unsere Gedanken und Überzeugungen aus der Situation machen und welche Gefühle ausgelöst werden! Warum das wichtig ist.Wer Stress managen will – bei sich selbst oder in seinem Team – muss nicht nach der perfekten stressfreien Umgebung suchen. Die gibt es nicht.Was hilft: zu verstehen, wie Bewertungsprozesse funktionieren. Und was man tun kann, um sie bewusster zu gestalten.Genau darum geht es in dieser Serie und beim persolog® Stressprofil.Im nächsten Beitrag schauen wir uns an: Welche Faktoren lösen Stress besonders häufig aus – und warum sind es bei jedem anderen? by Karin Maurerwww.karinmaurer.com

09 July 2026
Stressfaktoren sind nicht gleich Stress.
Montagmorgen um 10 in einem Mittelständischen Unternehmen. Zwei Kolleginnen lesen dieselbe E-Mail. Der Chef verteilt ein neues Projekt, in CC vier Personen, ohne zu sagen, wer genau wofür zuständig ist – und die erste Deadline ist in zwei Tagen.Die eine spürt, wie sich ihr Magen zusammenzieht.Die andere freut sich auf Spannung, Spiel und Spaß.Gleiche Mail. Völlig unterschiedliche Reaktion.Warum eigentlich?Stressfaktoren sind nicht gleich Stress.Ein Stressfaktor ist eine Situation, ein Umstand, eine Konstellation – die das Potenzial hat, Stress auszulösen. Ob sie es tut, hängt – wie wir im ersten Beitrag gesehen haben – von der persönlichen Bewertung ab.Es gibt aber Faktoren, die bei sehr vielen Menschen zuverlässig Druck erzeugen. Elf davon sind im persolog® Stressmodell aufgeführt.Übermäßiges Kontrollbedürfnis. Hohe Eigenansprüche. Mangelnde Unterstützung. Soziale Konflikte am Arbeitsplatz. Mangelnde Anerkennung. Mangelnder Entscheidungsspielraum. Mangelnder Handlungsspielraum. Arbeitsplatzunsicherheit und Konkurrenzdruck. Überforderung. Unklare Aufgabenverteilung. Starker Verantwortungsdruck.Wer diese Liste liest, wird sich wahrscheinlich mindestens in einen Punkt wiederfinden.Aber nicht jeder Faktor wirkt bei jedem gleich.Und das ist der entscheidende Punkt.Ob ein Stressfaktor wirklich Stress auslöst, hängt davon ab, wie wir die Situation innerlich bewerten. Das persolog® Modell beschreibt dafür fünf Bewertungsdimensionen – fünf Fragen, die wir uns, meist unbewusst, stellen.Bedeutung: Wie wichtig ist mir das, was gerade auf dem Spiel steht?Beeinflussbarkeit: Kann ich hier eingreifen, etwas verändern, die Situation kontrollieren?Veränderbarkeit: Löst sich das von allein, oder bleibt es, wie es ist?Wahrscheinlichkeit: Wie realistisch ist es, dass das Schlimmste wirklich eintritt?Klarheit: Weiß ich überhaupt, was wirklich passiert ist – oder arbeite ich mit Annahmen?Zurück zur Mail von eben. Für die Kollegin, der Kontrolle und Struktur sehr wichtig sind – hohe Bedeutung, kaum Beeinflussbarkeit, keine Klarheit – kann genau das massiven Stress auslösen.Der anderen, die Situationen generell als veränderbar und wenig bedrohlich bewertet, fällt dasselbe kaum auf.Gleicher Auslöser. Völlig unterschiedliche Wirkung.Was das für Führungskräfte und Teams bedeutet.Stressmanagement beginnt beim Verstehen: Was löst bei wem Druck aus – und warum?Wer das weiß, kann gezielter handeln. Als Führungskraft. Als Teambegleitung. Und als Mensch, der sich selbst besser kennenlernen möchte.Im nächsten Beitrag schauen wir auf das, was dann passiert: Wie reagieren wir, wenn wir unter Druck geraten – und warum reagieren wir so unterschiedlich?Und bis dahin kannst du ja dich selbst ein wenig beobachten und überlegen, was deine Faktoren und deine Bewertungen sind.by Karin Maurerwww.karinmaurer.com

13 August 2026
Wie wir unter Druck reagieren – die vier Stressreaktionsmuster
Wenn Druck und Stress uns treffen, zeigen wir, wer wir sind – echt und ungefiltert. Unter Stress fällt die Fassade, und was bleibt, ist ein Reaktionsmuster, das oft schon früh verankert wurde.Ich nehme mich da nicht raus: Als Stressmanagement-Coachin ist es umso unangenehmer immer wieder zu beobachten, wie man in die alten Rillen tritt! Und ja, ich wüsste schon, wie ich gegensteuern könnte, aber auch ich muss Vieles immer und immer wieder üben. Und barmherzig sein mit mir.Ein ganz persönliches Reaktionsmuster ist ein Teil von uns, das sich zuverlässig zeigt, immer wieder, oft ohne dass wir es so einfach steuern können. Die Frage ist, wie fangen wir diese Reaktion ein, und wie können wir neues Verhalten installieren und trainieren.Walter Cannon beschrieb schon 1915 unsere schnellen Reaktionen auf stressige Situationen als „Fight or Flight"-Reaktion. Im persolog® Stressmodell werden vier Reaktionsmuster – Konfrontation, Vermeidung, Rückzug und Nachgiebigkeit – beschrieben und jedes davon hat seine eigene innere Logik, sein eigenes Bedürfnis dahinter und seine eigene Schutzfunktion.Fangen wir an, sie der Reihe nach kennen zu lernen.Konfrontation: Wer von seinen innersten Antreibern her unabhängig sein möchte und sein Umfeld normalerweise aktiv gestalten will, neigt zur sogenannten Konfrontation in Stresssituationen. Gerade unter Stress nochmal dagegen zu halten und zu kämpfen. Druck zu machen und keine Ruhe zu geben. Die größte Befürchtung dahinter: eingeengt zu werden. Steigt der Druck, gehen Menschen mit dieser Verhaltensausprägung die Stressquelle direkt an – sofort und ohne Umweg. Das kann kraftvoll sein und wirksam. Und es kann andere überrollen und unproduktiv enden.Wer dagegen als innerer „Motor" Zugehörigkeit und seelisches Wohlbefinden installiert hat, neigt zur Vermeidung von dieser Art stressigen Situation. Auch das grosse Bedürfnis nach Entfaltung lässt diese Menschen solche Situation vermeiden, die sie genau darin einschränken könnten: starre Vorgaben und einschränkende Erwartungen. Unter Stress weicht dieser Mensch den Situationen aus, die wehtun – was von außen wie Desinteresse wirkt, ist innen oft ein leises "Ich halte das gerade nicht aus." Ganz klar ist da auch der Bezug zur Prokrastination.Wer nun Sicherheit durch Korrektheit braucht, neigt zum Rückzug von Menschen in stressigen Situationen. Die größte Befürchtung dahinter, einen Fehler zu machen, lässt diese Menschen zurückweichen vor anderen, die diese Fehler entdecken könnten und kritisches Feedback geben könnten. Unter Druck wägt dieser Mensch die Gefahr ab und zieht sich innerlich und äusserlich oft zurück, um die Situation zu durchdenken, bevor er handelt. Was andere dann als Passivität erleben könnten, ist für sie notwendiger Rückzug zum Verarbeiten.Wer normalerweise Sicherheit in Gemeinschaft sucht, neigt zur Nachgiebigkeit gegenüber den Menschen im Umfeld. Die größte Befürchtung dahinter: auf sich allein gestellt zu sein. Steigt der Druck, ordnet sich dieser Mensch unter – aus dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und dem Wunsch nach Gemeinschaft, das in diesem Moment stärker zieht als der eigene Durchsetzungswille. Auf Dauer kann das bis zur Selbstaufgabe gehen und wenig hilfreich sein, für das eigene Leben oder die eigenen Ziele gut einzustehen.Jedes dieser Muster ist zunächst neutral zu betrachten, und natürlich sollte auch hier nicht in Schubladen gedacht werden, sondern durchaus auch die „Mischtypen" ihre Beachtung finden. Entscheidend ist, ob das Muster bewusst wird, denn wer sein Muster kennt, kann wählen. Wer weiss, wie er „automatisch" reagiert, erkennt auch, welche Alternativen er hat.Menschen, die hier eine Kompetenz haben, sind sich ihrer persönlichen destruktiven Überzeugungen und ungünstigen Verhaltensweisen bewusst und finden konstruktive Alternativen. Stehen Anforderungen, persönliche Überzeugungen und Ressourcen in einem guten Verhältnis, kann Stress auch produktiv sein und weniger negative Auswirkungen auslösen.Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, was hilft: Wie aktivieren wir Ressourcen – und kommen aus dem Stress heraus, bevor er uns komplett im Griff hat?by Karin Maurer www.karinmaurer.com
